Der Saisonstart naht…

Die Reisevögel waren bis einschließlich vorgestern einmal täglich draussen zum Freiflug gewesen. Insgesamt bisher also acht Mal. Das hat auch meistens ganz gut funktioniert. Am Ostermontag haben sie ziemlich durcheinander geflogen. Da muss etwas Außergewöhnliches gewesen sein. Ich habe allerdings nichts Auffälliges bemerkt. Nach einer Weile fehlten 11 Tauben, wovon 9 Tauben nach ca. 25 Minuten zusammen heim kehrten. Die anderen Beiden, ein alter und ein jähriger Vogel kamen über zwei Stunden später heim. Am Dienstag flogen sie dann wieder ganz unauffällig. Als die Vögel dann bis auf 6 Stück wieder im Schlag waren, kam der Greifvogel und dieser griff die noch draußen weilenden Tauben an. Zum Glück ohne Erfolg.

Für den gestrigen Mittwoch hatte ich die Anpaarung der Reisevögel vorgehen. Ich war eigentlich fest entschlossen, die Witwer vorher noch am Haus fliegen zu lassen, hatte aber wegen dem Angriff am Vortag doch ein mulmiges Gefühl. In dem Moment, als ich den Schlag öffnen wollte, kam der Greif und kreiste ganz tief über dem Schlag. Ohne noch lange zu zögern habe ich die Klappen dann doch zu gelassen und am gestrigen Tag den Tauben keinen Freiflug gewährt. Ich habe dann die Weibchen zu den Witwern in den Schlag gelassen. Als alle Paare anschließend in ihren Nistschalen lagen, habe ich alle Zellen verschlossen. Nach einer halben Stunde, als sich die Gemüter beruhigt hatten, habe ich alle Zellen wieder geöffnet.

Am heutigen Tag habe ich die Tauben dann zum ersten Mal weg gebracht. Das mache ich die letzten Jahre schon immer so, dass am Tag nach der Paarung trainiert wird. Allerdings war ich ein wenig skeptisch. da hier ein doch ziemlich kräftiger Wind wehte. Ich bin aber nur auf eine Entfernung von ca. 7 Kilometer gefahren. Das ist in jedem Jahr bei den Alttauben mein erster Auflassort. Die Tauben zogen recht zügig in Richtung Heimat und 9 Minuten nach dem Start rannten die ersten Tauben über die Antennen. Es hat schon Jahre gegeben, da haben sie sich beim ersten Mal deutlich schwerer getan. Auch unter Anbetracht des starken, kalten Gegenwindes war ich für den ersten Trainingsflug mehr als zufrieden. Anhand des Zeiterfassungsgerätes konnte ich auch feststellen, dass die Tauben ruckzuck in den Schlag eingesprungen waren. Einige von den überzähligen Vögeln, die derzeit kein Weibchen haben, sind etwas später einesprungen. Das ist aber in jedem Jahr so. Ist ja auch normal. Diese haben halt nicht so den „Zug“ zum Schlag wie die gepaarten Vögel. Jedenfalls sind alle Tauben wieder heimgekehrt.

In den nächsten Tagen soll das Wetter zum Glück deutlich besser werden. Ich werde dann versuchen, die Tauben täglich wegzubringen. Jetzt in diesem Moment, wo die Tauben wieder gepaart sind, ist das die ideale Gelegenheit, das schnelle heimfliegen der Tauben zu schulen. Gerade für die jährigen, unerfahrenen Vögel sehe ich hier einen großen Lerneffekt. Morgen werde ich sie dann in einer Entfernung von ca. 11 KM starten. Freiflug am Haus wird derzeit nicht gewährt. Zum Einen, weil es zu gefährlich ist, da die Greifvögel immernoch sehr aktiv sind. Zum Anderen sind nicht alle Witwerweibchen bei mir am Haus eingewöhnt. Und außerdem würden sie dann bei diesem Neststand eh nicht viel am Haus trainieren. Die Zeit kann man sich also sparen.

Die Reisevögel einschließlich Witwerweibchen habe ich am Ostermontag mit einem Impfstoff gegen Coli/Staphylokokken geimpft. Ich verspreche mir davon so kurz vor Beginn der Reise einen Booster-Effekt fürs Immunsystem. In den vergangenen Jahren habe ich immer die Pocken-Impfung (Follikel-Methode) zwei Wochen vor dem ersten Preiflug durchgeführt. Die Pockenimfung habe ich aber bereits im Januar vorgenommen, als die Tauben auf dem ersten Gelege brüteten.

In den nächsten Tagen werde ich die Reisevögel mit dem Produkt „Para Control Boost“ von Belgica de Weerd behandeln. Ich habe dieses Produkt im vergangenen Jahr das erste Mal vor der Reisesaison eingesetzt. Es soll die Darmflora stabilisieren. In den vergangenen Jahren hatte ich während des Saisonverlaufes vereinzelt bei dem ein oder anderen jährigen Vogel Anzeichen der Jungtaubenkrankheit. Nach dem erstmaligen Einsatz des Produktes in 2017 hatte ich allerdings keine Probleme mehr damit. Ich kann mir vorstellen, dass dies mit der Gabe des vorgenannten Mittels zusammenhängen kann. Auffällig ist in jedem Falle, dass die Tauben nach der Anwendung mit „Para Control Boost“ ein perfektes Kotbild abgeben. Daher werde ich die Anwendung in jedem Fall beibehalten. Die Gabe erfolgt bei mir einmalig. Jeder Taube werden 1 ml der Lösung direkt in den Kropf gespritzt.

Ich wünsche allen Sportfreunden einen guten Start in die Saison und eine reibungslose Vorbereitung. Mögen die Greifvögel unsere Tauben in Ruhe lassen…

Mit diesem Transportwagen fahre ich die eingekorbten Tauben von den Schlägen vor´s Haus zum PKW. Ohne großen Kraftaufwand werden die Tauben ruckzuck zum PKW transportiert. Dieser Wagen erleichtert ungemein das „schleppen“ der Transportboxen.

 

 

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